Vlieland #1: Abenteuer in den Kurzurlaub

Unsere Freunde sind von unserer Spontaneität verwirrt. Auf der anderen Seite: Wir haben noch keine Kinder und unsere Wellensittiche kommen auch ein paar Tage ohne uns zurecht.

Manchmal bin ich aber selbst von uns überrascht. Am Osterfreitag haben wir beschlossen, ein Kurztrip von Samstag bis Montag tut uns sicher gut. Irgendwas mit Meer und Wellness.

Mittags waren wir noch zum Essen verabredet, es wurde Abend mit der Urlaubssuche. Die Parameter waren klar und die Entfernung eingegrenzt: Irgendwas im Umkreis von fünf Auto-Stunden. Also Belgien, Niederlande, Nordsee oder Teile der Ostsee.

Wie üblich haben wir unsere Suche dann mit Google Maps und Booking.com begonnen. Auf Google Maps sieht man schnell, wo sich die Hotels befinden und Booking.com gibt einem einen guten Überblick über die Hotels, inklusive Bewertungen.

Ein Hotel ist uns dann ins Auge gesprungen. Wellnessbereich, direkt am breiten Sandstrand, hübsche Umgebung. Wobei, die Umgebung war eine Insel. Eine kleine Insel in der Niederlande, genauer in Friesland. Vlieland… noch nie gehört. Sieht aber süß aus und es gibt dort keine beziehungsweise wenige Autos.

Hotel über die Webseite besucht, Preis passt. Bootsverbindung auf die Insel? Samstag 14:05 Uhr Abfahrt, 15:30 Uhr Ankunft, passt auch. Beides gebucht. Wir müssen also um 07:00 Uhr los, damit wir mit zwei Stunden Puffer am Hafen von Harlingen ankommen. Dort kann man sicher noch etwas essen.

06:00 Uhr aufgestanden, gepackt und ab ins Auto. Wir sind pünktlich los, eher selten bei uns. Nach vier Kilometer meldete sich aber das Auto. Irgendein unbekanntes Symbol. Sieht nach Reifen aus. Rechts ran und jap, der rechte Hinterreifen ist platt. Und kaputt. Was machen? Das Reifenspray ist kompliziert und der Reifen hinüber, nicht nur ein Nagel drin. Mit 20km/h die vier Kilometer nach Hause gerollt und dort um 07:30 Uhr morgens die Winterreifen runter und die Sommerreifen drauf.

Abfahrt 08:45 Uhr – rund zwei Stunden später, der Puffer war weg. Aber das wird schon. Der Verkehr hielt sich in Grenzen und so kamen wir problemlos bis in die Niederlande. Meine Freundin kam irgendwann auf die Idee, dass man schauen könnte, wo man eigentlich hinfährt. Und mit welchem Boot. “Duuu… da steht, man soll 30 Minuten vorher am Boot sein. Und man soll Puffer planen, weil es Zugbrücken unterwegs gibt. Laut Navi kommen wir um 13:51 Uhr in Harlingen an. Der Parkplatz ist aber 1,6km vom Hafen entfernt.”

Natürlich haben wir eine Zugbrücke erwischt, wieder drei Minuten weg. Laut Google Maps gibt es näher am Hafen noch einen Parkplatz, mitten im Wohngebiet. Wir sind erstmal direkt an den Hafen, eventuell kann man dort doch parken. Fehlanzeige. Direkt ins Wohngebiet: Letzter freier Platz. Nehmen wir. Auto abgestellt, bezahlt und losgerannt.

14:02 Uhr – wir sind im Hafengebäude. Die Mitarbeiterin lachte uns freundlich an, scannte schnell unsere Tickets und zeigte nach unten. Nicht zur Treppe zum Einstieg, zur Laderampe. Die Türen waren schon zu, wir sind über die Autorampe aufs Boot. Die Matrosen haben auch schon geschmunzelt, als wir erschöpft über die Rampe gesprintet kamen. Keine Minute zu spät, hinter uns wurde die Rampe geschlossen.

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