UEFI auf der Festplatte?

Ich mache mir derzeit Gedanken um die Sicherheit meiner Daten. Dazu habe ich euch bereits einige alternative Tools zu den etablierten Plattformen vorgestellt.

Aber was bringt die Nutzung der Alternativen, wenn das Betriebssystem bereits meine Daten nach Hause schickt. Und Windows 10 schickt gerne Daten nach Hause.

Natürlich kann man Windows 10 einen Riegel vorschieben, wenn man das Sammeln und die Datenübertragung unterbindet. Am Einfachsten geht das mit dem Tool O&O ShutUp10.

Aber auch damit verhindert man nicht komplett, dass Windows 10 Microsoft mit Daten beliefert. Will man gar keine Informationen von sich verschicken, dann bleibt einem nicht anderes übrig, als das Betriebssystem zu wechseln – zu Beispiel wie ich auf Manjaro Linux.

Zum Testen wollte ich im ersten Schritt mein Notebook, ein Acer Swift 1 (Amazon Edition mit 8GB RAM) mit Manjaro ausstatten. Da das Gerät wenig spezielle Hardware hat, sollte es auch kaum Probleme geben. Der Fingerabdruckleser, welcher unter Windows 10 kaum meine Finger erkannt hat, wird nicht unterstützt. Und die Akkulaufzeit wird etwas kürzer. Also vermutlich nur noch 12 statt 15 Stunden.

Ich habe also schnell ein Manjaro auf meinen USB Stick geworfen und habe etwas mit dem Live-System herumgespielt. Nachdem mich Manjaro überzeugt hatte, habe ich also die Installation gestartet. Nach dem Motto ganz oder gar nicht, also alle Partitionen, auch von Windows, komplett gelöscht. Dann schön Manjaro installiert und alles eingerichtet.

Was ich bis dahin nicht wusste – Acer speichert das UEFI auch komplett auf der SSD. Das habe ich mitgelöscht. Der PC lies sich zwar starten, aber das UEFI nicht mehr konfigurieren, alle Optionen waren weg. Als ich dann aus Versehen die UEFI Einstellungen zurückgesetzt hatte, war auch Secure Boot aktiv und Manjaro durfte nicht mehr starten.

Etwas panisch habe ich dann eine Lösung gesucht. UEFI weg, Betriebssystem gesperrt, ich keine Ahnung. Woher bekommt man ein UEFI? Seid wann ist das auf der SSD und nicht auf einem eigenen Chip?

Ich war erstmal sauer auf Acer. Da werden 20 Cent für den UEFI Chip eingespart. 20 Cent, die mich über eine Stunde gekostet haben. Eine Lösung findet man online nicht. Ich dachte schon, ich muss das Notebook einschicken.

Dann habe ich aus purer Verzweiflung und nach unklaren Anweisungen aus dem Internet wieder Windows 10 installiert. Das hat dann auch mein UEFI neu installiert. Die Erleichterung war riesig – um 01:00 Uhr in der Nacht. Erst am nächsten Abend habe ich dann wieder Manjaro, diesmal ohne das UEFI zu löschen, installiert.

Wusstet ihr, dass das UEFI auf der Festplatte liegen kann?
Welches Betriebssystem nutzt ihr und warum?

Bleibt fluffig!

4 Gedanken zu „UEFI auf der Festplatte?“

  1. “Welches Betriebssystem nutzt ihr und warum?” – tjaaa, da muß ich mal nachzählen, grins:

    – 3x Win10 Pro-64 auf Haupt, Zweit- und Dritt-PC
    – 1x Win10 Pro-32 auf dem Viert-PC, der steht aber “lose” im Eckchen und “hält sich bereit”
    – 1x Win7 Pro-64 auf dem Laptop
    – 1x El Capitan auf dem älteren iMac – ist das letzte offizielle, das er unterstützt. Notfalls gäbe es aber Tools, um ein neueres “draufzuprügeln”

    Windows ist für mich das kleinste Übel (gibt ja eh nur drei OSS für “richtige” Comps) und ich komme ganz gut damit zurecht. macOS ist an die Hardware gekoppelt und will die User noch mehr kujonieren als Windows, bei dem man auch besser gegenhalten kann, Linux will ich eben nicht.

    Das mit dem UEFI/BIOS auf Festplatte habe ich noch nicht erlebt, dass Laptops generell etwas “kapriziöser” bei Treibern etc. sind, aber schon.
    ——————————————-
    Zu den Datenschnüffis: “Will man gar keine Informationen von sich verschicken…” mein lieben Herr eXeler0n – schnüffeln ist überhaupt nicht nötig. Groß und breit steht im Impressum dein Name, Adresse, Telefonnr., E-Mail Und beim Streamen guckt die Cam voll auf dein Gesicht – so nutzen deine Alternativen wenig, grins.
    ——————————————-
    Noch zu dem “mich über eine Stunde gekostet haben…” – na, da habe ich noch “besseres” zu berichten. Im Juli hatte ich 8 Tage am neuen Haupt-PC kein Zugriff ins Netzwerk – I-Net ging schon, aber NASs und andere Rechner gab es einfach nicht.

    Bis mich einer nochmal darauf hingewiesen hat, das SMB 1.0 schuld sein könnte. Das in Win10 nachzuaktivieren dauerte dann nur ein paar Minuten – Herr Hugo war im Geschäft und der Rechner im Netzwerk.

    Antworten
  2. Die Datensammelei und Zwangsupdates von Windows haben mich vor nem ~halben Jahr zum Sprung auf Linux motiviert.
    Zuerst habe ich MX Linux ausprobiert, aber die verschiebbaren Taskleisten haben mir vom Aussehen her nicht gefallen und League of Legends lies sich nicht zum laufen bringen, deswegen bin ich nach wenigen Tagen zu Mint gewechselt, wo ich seitdem verblieben bin.

    Browser, Thunderbird und Libre Office laufen native und einwandfrei, das deckt den “täglichen Gebrauch” ab. Dank Steams Proton-Unterstützung laufen auch die meisten meiner Spiele ohne Probleme, mit einigen kleinen Ausnahmen:

    – League of Legends (zugegebenermaßen nicht per Steam spielbar) wird zwar hin und wieder durch Patches kaputtgemacht, aber bis jetzt ist da die Community recht gut dahinter und fixt die Probleme mit Wine innerhalb von wenigen Tagen.

    – Divinity: Original Sin 2 startet normalerweise mit einem Menu, in dem zwischen Classic und Definitive Edition gewählt werden kann. Dieses Menü verwendet Frameworks, die es unter Linux nicht gibt, weshalb ich einige Dateien verschieben & umbenennen musste, damit der Launcher übersprungen wird.

    – Destiny 2 wollte ich zum release auf Steam mal anspielen, aber das Spiel unterstütz Proton überhaupt nicht und soweit ich weiß wird Wine als Cheat betrachtet und der Account wird sofort gebannt.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

8 − zwei =