Noise Blocker – Bändigt euer Mikrofon

Ich habe ein recht gutes Mikrofon. Das ist sehr empfindlich und hat eine gute Qualität. Leider habe ich aber auch eine laute Tastatur, eine Kuckuksuhr und gerne das Fenster offen.

Das sorgt im Stream, in Discord/Teamspeak und bei Aufnahmen nicht gerade für Freunde. Man kann nun versuchen, dass man Geräusche unter einem gewissen Pegel ignoriert, oder man filtert die Geräusche mit Noise Blocker.

Wer kennt es nicht? Man ist im Voicechat und einer der anderen Teilnehmer hat sein Mikrofon schlecht eingestellt. Man hört ihn immer tippen, man hört einen Fernseher im Hintergrund oder auch nur die Geräusche von außerhalb. Das kann, gerade in konzentrierten Situationen, nervig sein.

Wenn die Ursache ein schlechtes oder zu gutes Mikrofon ist, dann kann man versuchen hier mit einfachen Mitteln etwas abzuhelfen. Eine Methode ist beispielsweise, den Eingangspegel für das Mikrofon von 100% auf 75% oder weniger zu stellen. Dadurch werden Hintergrundgeräusche leiser und lösen seltener die Sprachaktivierung aus. Alternativ kann man auch auf die Sprachaktivierung verzichten.

Eine weitere Möglichkeit ist es, mit dem kostenlosen Voicemeeter Banana ein Noise Gate – also eine Hürde – vorzuschalten. Dann wird das Signal nur ab einem bestimmten Level durchgeleitet. Die eigene Sprache ist oft lauter als die Umgebungsgeräusche. Aber gerade bei mechanischen Tastaturen kommt man hier schnell an seine Grenzen. Und die Konfiguration würde ich nicht gerade als kinderleicht bezeichnen. Trotzdem war dies jetzt eine Weile meine Lösung.

Bis ich letzte Woche über das Programm Noise Blocker gestolpert bin. Mit 20 € Kaufpreis ist es nicht ganz günstig. Zum Testen kann man es aber kostenlos installieren und für 60 Minuten pro Tag nutzen. Danach deaktiviert sich die Software.

Was macht Noise Blocker? Nach der Installation der Software richtet diese noch ein virtuelles Mikrofon ein, welches man in seinen Programmen einstellt. Das Programm setzt sich also zwischen euer MIkrofon und die Software.

Dann ist die Einrichtung recht einfach. Man kann beliebig viele Geräuschkulissen aufnehmen, welche dann von den Programm aus der Aufnahme gefiltert werden. Ich habe im ersten Schritt einfach nur die Hintergrundgeräusche aufgenommen. Danach noch meine Tastatur und meine Maus. In der Software sieht man nun gut den Eingangspegel und den Ausgangspegel. Während am Anfang beides gleich ist, ist der Ausgangspegel im Idealfall auf Null, wenn ihr nichts sagt. Ihr sehr anhand eines Mikrofonsymbols auch, ob die Software gerade eine Aufnahme zulässt oder nicht. Wenn ihr nach der Einstellung anfangt zu tippen, dann sollte es keinen Ausschlag und keine Aktivierung geben.

Ich habe das nun einige Tage ausprobiert und bin sehr zufrieden mit der Software. Sie filtert alle ungewollten Geräusche heraus, meine Stimme wird aber sauber und problemlos übertragen. Gerade im Hinblick auf die eher schlechte Sprachaktivierung (zu empfindlich) von Discord ist das ein Segen. Einzig die leichte Verzögerung könnte manchen stören. Durch die Berechnung wird eure Ausgabe um ca. 100ms verzögert. Das merkt euer Gegenüber aber eigentlich nicht.

Wie handhabt ihr eure Hintergrundgeräusche? Kanntet ihr das Programm oder nutzt etwas ähnliches?

Comments

  1. “Ich habe ein recht gutes Mikrofon. Das ist sehr empfindlich und hat eine gute Qualität. Leider habe ich aber auch eine laute Tastatur, eine Kuckuksuhr und gerne das Fenster offen.” – so schreibt der Autor. Und so müßte ich schreiben:

    “Ich habe ein recht gutes Mikrofon. Das ist sehr empfindlich und hat eine gute Qualität. Leider habe ich aber auch eine unhöbare Tastatur, keine Kuckuksuhr und gerne das Fenster geschlossen (mit Ausnahmen, dazu später)”.

    Heißt: ich muß nicht leise machen, bei mir ist leise – manchmal schon zu leise (auch dazu gleich noch)

    – ich wohne allein und in einer ruhigen Nebenstraße – auch die Nachbarn machen keinen Krach
    – ich höre auch nie Musik nebenbei – NIEmand außer mir macht Geräusche, und ich sitze meist gaaanz ruhig da

    Ausnahme: “Fenster doch offen” – das ist im Sommer: tagsüber verrammelt, damit keine Hitze hereinkommt, ab “draußen weniger warm wie drinnen” alle Fenster auf. Das ist vorzugsweise abends/nachts – und da ist es draußen trotzdem leise.

    Zum “zu leise”: ist tatsächlich so – manchmal wird der Segen zum (kleinen) Fluch. Weil auch meine Rechner alle leise werkeln, am leisesten der Haupt-PC: schallgedämmtes Gehäuse, WaKü, nur SSDs drin – ich höre ihn nicht, gar nicht (beim normalen machen wohlgemerkt, nicht im Standby).

    Seit kurz habe ich in der Küche auch einen Rechner, den man/ich auch nicht hört, obwohl da eine Kombi SSD/HDD drinnen ist. Weil alles so leise ist, höre ich trotzdem etwas:

    – wenn ich auf der “Bedienseite” am Bartisch sitze, ist ein gaaanz leises, etwas an/abschwellendes Geräusch zu hören
    – nur auf dieser Seite, nicht, wenn ich von der anderen Seite des Tisches horche

    Nach einigem horchen weiß ich, was das nur sein kann: es ist kein Körperschall, den bekäme ich in den Griff. Es kommt von einem Lüfter – aber nicht von dessen Vibration, ich schätze eher, dass die Abluft ungünstig auf die Wand trifft und sich zur einen Seite hin verstärkt.

    Werde ich mal nächtens probieren, indem ich den PC vorziehe – 10 – 15 cm geht das ohne weiteres. Ob dein empfindliches Mikro das hören würde, weiß ich freilich nicht, grins – es ist wirklich seeehr leise, gerade über meiner Hörschwelle.
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    Also ich bräuchte nicht noiseblocken, eher müßte ich singen, damit die Hörer nicht denken, das ich eingeschlafen bin. DAS geht aber auch nicht – ich singe grauenhaft schlecht.

    Aber ich mache auch keinen Voicechat o.ä. – ich rufe per Festnetztelefon an bzw. lasse mich anrufen.

  2. Gegen laute Geräusche auf meiner Seite habe ich einen Schalter am Headset, der das Mikro deaktiviert. Gegen laute Geräusche im Voicechat habe ich einen Admin, der gerne mal Leuten eine Auszeit gibt, wenn jemand anhaltend stört.

    Von Noiceblocker habe ich nie gehört, habe mich aber auch nicht mit dem Thema beschäftigt.
    Es ist jedenfalls schön, dass eine Demoversion des Programms angeboten wird. Weniger schön ist, dass eine gekaufte Lizenz anscheinden nur ein Jahr für Updates gültig ist, danach muss man nochmal zahlen, um sie zu verlängern, ansonsten verbleibt man auf der Version, die man zu dem Zeitpunkt noch hat.

    “Das Programm setzt sich also zwischen euer Mikrofon und die Software.”
    Telefoniert die Software eigentlich nach Hause? Das ist irgendwie das erste, was mir mit dieser Formulierung einfällt. Irgendwie müssen die Lizenzen, mit der man die Vollversion der Software freischaltet, ja vom Programm überprüft werden.
    Ich gehe jetzt zwar völlig in den Paranoia-Modus, aber ein Impressum, eine Datenschutzerklärung oder ähnliches sehe ich auf der Seite nicht. Und “Based in Bristol, UK” scheint auch nicht mehr so aktuel zu seinl, eingetragen ist die Firma in London.

    1. Ich kann gerne mal prüfen, ob das Programm nach der Lizenzaktivierung nach Hause telefoniert. Ich gehe aber nicht davon aus, da selbst die Lizenzaktivierung per “Klick” gestartet werden muss.

      Bei mir geht es primär auch nicht um Discord/Teamspeak, sondern für Twitch Streams. Aber das Tool funktioniert natürlich auch bei Discord und Co und ist auch dort sehr praktisch.

    2. Ich habe das mal rudimentär über den Taskmanager bzw. die Ressourcenverwaltung beobachtet und konnte auch über längere Zeit keine Kommunikation mit dem Internet feststellen.

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