Medien sind nicht neutral

Das Wort Lügenpresse ist nicht erst seit COVID-19 aufgetaucht. Es wurde bereits von PEGIDA groß gemacht. Dahinter steht das Verständnis, dass die Zeitungen und andere Medien die Bürger bewusst in ihrem Sinne lenken und belügen.

So ganz falsch ist das auch nicht. Es gibt keine neutralen Medien. Hinter jedem Verlag und Sender stehen eine oder mehrere Personen, welche ihre eigenen Interessen haben.

Das beste Beispiel? Das Leistungsschutzrecht. Damit sollen Suchmaschinen dazu gezwungen werden, eine Lizenz für die Verlinkung auf Nachrichtenseiten zu erwerben. Die Berichterstattung dazu ist, wenig überraschend, auf den profitierenden Nachrichtenseiten natürlich pro Leistungsschutzrecht.

Ähnliches gibt es aber auch in vielen weiteren Themen. Steuererhöhungen für Unternehmen – trifft auch die Verlage. Vermögenssteuer? Trifft die Besitzer der Verlage – meist einzelne Familien (Springer, Burda, …).

Manchmal verfolgt aber auch nur ein Chefredakteur eine eigene Agenda. So ist die Bild erstmal für jeden Aufreger zu haben, so lange die Auflage stimmt. Da wird dann auch auf Flüchtlingen rumgehackt und zur Auflagensteigerung vieles dramatisiert, anderes ignoriert.

Framing ist hier eine super Methode, um – ohne wirklich zu lügen – einer Nachricht die gewünschte Wirkung zu geben. Ein Flugzeugabsturz ist schrecklich. Aber waren auch Deutsche dabei? Dann ist er noch schlimmer!
Ein Mord in einem kleinen Dorf schafft es nur in den hinteren Teil einer Zeitung – außer der Täter war “Nicht-deutscher Herkunft”.

Möglichkeiten des Framings:
Links: Soldat betroht Mensch | Mitte: Soldat hilft und bewacht Mensch | Rechts: Soldat hilft Mensch

Mindestlohn kostet Arbeitsplätze? Bis jetzt nicht passiert. Die Medien, gerade die Verlage, haben aber lautstark dagegen gewettert. Zeitungsausträger lagen vorher unter Mindestlohn – hier geht es um eigene Interessen.

Auch die öffentlich-rechtlichen Medien sind davor nicht gewappnet. In den Gremien sitzen Politiker und über die Finanzierung entscheiden Parlamente. Man sollte also nicht allzu kritisch mit der aktuellen Politik umgehen – abgesehen vom Kabaret.

Ist das nun schlimm? Nein, in meinen Augen nicht. Schlimm ist eher, dass die Menschen in den letzten Jahrzehnten blind den Medien vertraut haben und dies noch immer tun.
Wenn Framing ein Thema in einen Rahmen schieben kann, dann sollte man sich auch überlegen, in welchem Rahmen das ist und auch mal über den Rand schauen.

Seid kritisch! Prüft die Quellen. Eine Zeitung, die auf eine Zeitung verweist, welche auf eine Zeitung verweist, welche auf Twitter verweist, … Ihr merkt es selbst.
Man muss keine ganzen Studien lesen, aber die Zusammenfassung kann man überfliegen. Man kann zu einer Aussage das Gegenteil auf Google suchen und damit seine eigenen Ansichten kritisch prüfen.
Und überlegt euch, welchen Hintergrund die Nachricht hat. Ein Springer Verlag wird selten positiv über Steuererhöhungen schreiben.

Bleibt fluffig!

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