Mein Sommerurlaub war dieses Jahr mit vier Wochen sehr lange. Wer mir auf den sozialen Medien folgt, der wird schon Vieles aus meinem Urlaub mitbekommen haben.

Für alle anderen fasse ich den Urlaub, meine Eindrücke und Empfehlungen hier zusammen. Ich bin etwas traurig, dass es “nur” vier Wochen waren.

Vorbereitungen

Aus den geplanten vier Wochen wurde aus privaten Gründen dann nur drei Wochen. Die erste Urlaubswoche habe ich zu Hause verbracht.

Da wir gerne Campen gehen ist natürlich mehr Vorbereitung notwendig, als bei einem All-inclusive Urlaub. Man muss Zelt, Bettsachen, Geschirr, Kocher und viele anderen Utensilien zusammensuchen, platzsparend packen und irgendwie sinnvoll im Auto unterbringen.
Da wir inzwischen schon mehrere Jahre Campen gehen waren wir darin aber geübt und bis auf die drei Stockwerke von Wohnung zum Auto gingen die Vorbereitungen problemlos.

Dank Corona waren wir aber über die geltenden Regeln verunsichert und hatten versucht über die italienische Botschaft unsere Fragen zu klären. Das war dann aber wenig erfolgreich und wir sind am Ende einfach losgefahren.
Funfact: In Apulien muss man jede seiner Unterkünfte an das lokale Gesundheitsamt melden. Dazu füllt man ein Formular aus, verschickt die daraus generierte PDF per E-Mail an das Gesundheitsamt soll einen Ausdruck mitführen. Das war Stand unserer Abreise, weshalb wir einen Drucker mitgenommen habe. Da die Regeln über Nacht aber geändert wurden war der Drucker unnötig und die PDF auf dem Smartphone hat ausgereicht.

Der Ablauf

Strand und Meer bei Manfredonia
Nach einem Zwischenstop über Nacht bei unserer Familie sind wir am Morgen des 08. August nach Italien aufgebrochen. Der Verkehr war relativ entspannt, auch durch die Schweiz. Wir wollten an diesem Tag bis Bari fahren.
Nachdem das Thermometer aber gemütlich 32°C anzeigte und es gegen 17:00 Uhr war, haben wir auf Höhe Rimini dann kurzfristig entschlossen die Autobahn zu verlassen und hier zwei Tage zu verbringen, hauptsächlich mit Sonne, Strand und Meer.
Danach sollte es aber bis Bari! Zusammengepackt, eingestiegen und spontan entschieden, noch schnell San Marino zu besuchen. Waren ja nur 20km. Und ein paar Stunden. Also wurde es an diesem Tag wieder nicht Bari, uns ging die Zeit aus. Stattdessen schlugen wir unser Zelt für zwei Nächte bei Manfredonia auf. Da gibt es zwar nur Strand (und Insekten), aber der war schön.

Weiter ging es diesmal direkt an Bari vorbei in Richtung Lecce. Aus unseren Fehlern hatten wir gelernt und erst das Ziel angefahren, um die folgenden Tage von dort aus die Gegend zu erkunden. Wieder ein Campingplatz am Meer, diesmal fünf Nächte. Abwechselnd zwischen Strand und Erkundung haben wir dann einiges gesehen:

  • Polignano a Mare
  • Monopoli
  • Alberobello (lokaltypische Trulli-Häuser)
  • Loccorotondo
  • Brindisi
  • Lecce

Auch wenn es auf der Karte groß aussieht, sind die meisten Orte weniger als 50km voneinander entfernt und lassen sich gut für mehrere Tagestrips kombinieren.

Weiter sollte es dann an der Küste um den Absatz gehen, um dann einen Campingplatz an der Westküste Apuliens zu suchen. Dort soll es karibische türkise Strände geben. Mit einem Zwischenstop in Otranto und einer kurzen Erkundung des südlichsten Endes des Absatzes ging es Nachmittags auf Campingplatzsuche.

Von wegen tropische Strände! Die gibt es zwar, aber dann dort keinen Campingplatz. Wenn doch, dann nur ohne Auto am Zelt. Das ist unpraktisch, wenn das Auto auch der Schrank ist. Auf Steinstrand hatte ich keine Lust. Wir haben uns dann etwas verzettelt (passier einmal in jedem Urlaub) und haben am Ende eine Nacht auf einem schäbigen Campingplatz im Auto geschlafen. Ich hatte spät Abends keine Lust mehr für eine Nacht das Zelt aufzubauen.
Am nächsten Tag haben wir uns dann für einen Campingplatz entschieden, welchen ich am Tag vorher abgelehnt hatte. Der Strand hatte zwar Sand, aber im Wasser waren nur Steine. Zum Schnorcheln war das für zwei Tage super, zum Plantschen nicht.
Die letzte Station war dann Vieste. Mit kurzen Abstechern nach Nardo, Galatina und Otsuni, sowie einer Besichtigung des Catello Monte, kamen wir dann Abends in Vieste an. Dort kannten wir den Campingplatz aus dem letzten Jahr und mussten nicht suchen.

Die Strecke unserer Rückfahrt in Italien von Vieste bis BaselDie letzten sieben Tage waren dann sehr erholsam. Strand, Stadt und ein Ausflug zu den Isola Tremiti. Wir haben es uns zum Schluss nochmal gut gehen lassen, bevor wir die 1.400km lange Heimfahrt angetreten haben.

Die Ausrüstung

Ich sagte ja, dass wir gerne Campen gehen. Trotzdem wurde unser über 20 Jahre altes Igluzelt durch ein 3-Mann Wurfzelt von Quechua ersetzt. Dank Fresh&Black Ausstattung war es nachts tatsächlich erträglich und morgens dunkel.
Unsere Campingausrüstung mit Auto, Zelt, Kocher, Hängematte, Tisch und StühleAls Küche haben wir einen Gaskocher mit drei Feldern an einer handelsüblichen Propangasflasche und eine normale Kühlbox. Töpfe sind Campingtöpfe, das Geschirr und das Besteck aber normal von zu Hause.
Auch als Tisch verwenden wir nur unseren Balkontisch und -stühle.
Für den Transport nutzen wir neben Rücksitzen und Kofferraum auch eine Dachbox.

Der Eindruck

Apulien ist wunderschön. Es gibt alte Städte und eine schöne Natur. Leider ist aber auch alles etwas zerfallen, was aber für Italien nicht ungewöhnlich ist.

Was uns etwas verwirrt hat, war der Reiseführer. Hier wurden Orte und Strände angepriesen, welche man ohne Auto nie erreichen kann oder gar nicht so toll sind. Die meisten “Geheimtipps” sind aber keine, sondern gerade bei den Italienern sehr bekannt. Das macht die Orte im August gut besucht.

Trotz drei Wochen haben wir viel ausgelassen und werden sicher nochmal Apulien besuchen. Dann auf eigene Faust, um die wirklichen Geheimtipps zu finden. Da der Urlaub auch unser Erholungsurlaub war, waren wir auch nicht dauernd auf Achse.