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Home Office und die Technik

Da ich (vermutlich) eine leichte Erkältung habe, war ich den Großteil der Woche im Home Office. Das ist dann doch eine deutlichere Umstellung als ich dachte. Dabei tatsächlich weniger im Hinblick auf die Arbeit, sondern eher auf die technischen Aspekte bezogen.

Ich habe in den paar Tagen Home Office einiges gelernt und festgestellt, dass mein Hobbie des Streamings hier ganz praktisch war.

Die Software ist eigentlich nicht mein Problem, da hat sich mein Arbeitgeber darum zu kümmern. Da wir auch auf der Arbeit nur an ThinClients mit Remoteverbindung arbeiten ist das eigentlich recht einfach. Ich kann mich per Oracle Secure Global Desktop auf meinen virtuellen PC einwählen und mache da weiter, wo ich auf der Arbeit aufgehört habe.

Wenn es denn funktioniert. Leider war mein Unternehmen nicht auf die Masse an Mitarbeitern eingestellt, welche sich von zu Hause einloggen und wir hatten tagelang massive Verbindungsprobleme. Diese wurden, zumindest Stand heute, weitestgehend behoben.

Ich kann also erst mal alle Programme von der Arbeit weiternutzen. Leider nur auf einem Bildschirm, da SGD sich nicht auf zwei Bildschirme strecken lässt.

Als Hardware nutze ich meine privaten Geräte. Für kurze Arbeiten oder wenn ichs gemütlich will, dann nehme ich mein Notebook. Für produktives Arbeiten gehe ich an meinen PC mit richtiger Tastatur, Maus und 27 Zoll Monitor.

Da ich bisher erfolgreich verhindern konnte, dass ich ein Firmensmartphone bekomme, muss ich die Erreichbarkeit anders regeln. Ich leite dazu einfach mein Firmentelefon auf mein privates Smartphone um und verstecke dort meine Nummer. Privat ist privat. Sollte ich häufiger im Home Office arbeiten, dann sollte ich mir das mit dem Firmensmartphone nochmal überlegen.

Damit ich bei den ganzen Telefonkonferenzen und Gesprächen keinen Krampf bekomme habe ich mein Smartphone per Mein Smartphone Schnittstelle von Windows und der gleichnamigen Android App mit meinem PC verbunden. Dadurch kann ich meine normalen Kopfhörer und mein richtiges Mikrofon zum telefonieren verwenden. Inklusive Steuerung durch mein Stream Deck. Mein Ausrüstung für das Twitch Streamen macht sich jetzt also auch für die Arbeit bezahlt. Kann ich das von der Steuer absetzen? 🙂

Was mir aber fehlt ist der organisatorische Teil. Als Versandlager sind wir nicht wirklich auf dauerhaftes Home Office eingestellt. Die Kommunikation läuft viel per Telefon oder in manchen Gruppen per WhatsApp. Ein Teil natürlich auch per E-Mail. Andere arbeiten mit Slack oder Microsoft Teams. Es fehlt hier die einheitliche Linie. Das war bisher nur unschön, jetzt ist es nervig. Ich will nicht für jede Kleinigkeit anrufen, aber eine E-Mail ist dann auch zu viel.

Wie ist es bei euch so? Seid ihr im Home Office und welche Erfahrungen habt ihr da gemacht?

Kategorien: Technik

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5 Kommentare

  1. Ich bin mehr oder weniger selbständig… Lohnsteuerhilfeverein und Buchhaltungs- und Lohnabrechnungsbüro mit 2 Angestellten. Von der Sache her wäre Home Office kein Problem, trotzdem muss ich täglich ins Büro fahren und von 8-16 Uhr die Stellung halten: Das Finanzamt arbeitet weiter, Bescheide und Nachfragen werden verschickt und somit muss ich täglich den Briefkasten leeren, damit Fristen eingehalten werden. Bei den Buchhaltungsunterlagen haben viele Selbständige Bauchschmerzen, die Originale auf dem Postweg zu versenden. Und wenn, dann sind das eh Pakete/Päckchen und manche Zusteller stehen um 9 Uhr vor der Tür, andere zur Mittagszeit und die nächsten dann am späten Nachmittag.
    Die Angestellten sind im “Home Office”. Für die Mandanten Kurzarbeitergeld beantragen und die Bescheide kontrollieren funktioniert problemlos, ich muss das ganze Gelumpe nur einscannen, damit sie darauf zugreifen können. Zum Glück habe ich mir aus eigener Bequemlichkeit schon vor längerer Zeit über “so-sicher-wie-möglich” Fernzugriff auf das NAS Gedanken gemacht, damit ich auch mal spontan zuhause bleiben kann.
    Ich möchte nicht wissen, wie viele Unternehmen jetzt “Hals über Kopf” Home Office einrichten und wie viele Daten aktuell mangelhaft geschützt durch das Netz geistern. Da werden wir in den nächsten Wochen und Monaten wohl mehr Leaks als gewöhnlich haben.

    Auch die DSGVO ist momentan ein riesen Klotz am Bein. Gestern erst einen Bericht über die Ausgabestelle einer Tafel gesehen. Die Bedürftigen durften die Ausgabestelle nicht betreten, mussten am Eingang ihre Berechtigungskarte vorzeigen, die personenbezogenen Daten wurden in Listen erfasst und die Lebensmittel überreicht. Dass hier jemand über Datenschutz belehrt wurde o.ä. – davon war nichts zu sehen.
    Auch wenn du jetzt unaufschiebbare Dinge wie Hochzeiten oder Beerdigungen hast, müssen die Anwesenden in Listen erfasst und ich glaube 2 oder 4 Wochen aufbewahrt werden.

    Der Arsch auf Grundeis ging mir aber, als von einem Paketlieferdienst wieder der “gewohnte” Zusteller vor der Tür stand, da war die letzten 3 Wochen nur die Vertretung da. Augenringe, bleich, zerzaust. Habe ihn gefragt, ob er momentan noch mehr als sonst Überstunden fahren muss… aber nein… wäre nur Jetlag, er kam 2 Tage zuvor aus dem Urlaub zurück. Und dann überlege ich mir, dass alle bestätigten Infektionen bei uns im Landkreis auf Reiserückkehrer zurückzuführen sind und was für Ausgangsbeschränkung ad absurdum führende Multiplikatoren Paketzusteller sind…

    Das positive an diesem Virus ist, dass er uns gnadenlos Schwachstellen in unserem System aufzeigt. So wie die plötzlich defekte Festplatte uns daran erinnert, regelmäßig Backups zu fahren (…was im privaten Bereich nach wenigen Wochen aber wieder einschläft).
    Viele Strukturen in unseren täglichen Arbeitsabläufen oder Gesetzen sind zu unflexibel, um kurzfristig auf Ausnahmesituationen reagieren zu können.
    Ich HOFFE, dass wir alle mit einem blauen Auge davonkommen, viele Prozesse von Grund auf neu bewertet und optimiert werden. “Schicksal als Chance”.

    • Ich hoffe auch, dass es jetzt einen Ruck gibt, gerade was die Fähigkeit zu Home Office angeht. Bei uns eben hauptsächlich die Prozesse und Kommunikation.

      Was die Paketdienste angeht kann ich dir zumindest von Hermes berichten, dass sich da etwas in Richtung “kontaktlose” Zustellung tut. Genaues darf ich vermutlich aber noch nicht erwähnen, es wird aber bald kommen.

      Für meinen privaten Bereich setze ich schon seit einiger Zeit auf meinen NAS für Bilder und Daten. Für kleinere Dinge über verschiedene, auch mobile, Geräte nutze ich dazu noch Dropbox (welches auch auf das NAS sichert).

  2. Ach und zu deiner Frage mit der Steuer ganz allgemein:
    Arbeitszimmer und damit verbundene Kosten generell nur ansetzbar, wenn es ein separater Raum ist, kein Durchgangszimmer und keine Schlafcouch o.ä., arbeitsuntypische Einrichtung vorhanden ist. In den sozialen Netzwerken sieht man jetzt viele Bilder vom “Home Office” auf dem Wohnzimmertisch, dem Küchentisch oder ein fix im Schlafzimmer aufgestellter Arbeitstisch. Diese Leute werden exakt 0,00 Euro Kosten (z.B. anteilige Miete, Heizkosten, Strom, …) ansetzen können. Und ja, das Finanzamt möchte da regelmäßig Grundrisse der Wohnung sehen. 3-Zimmer Wohnung, Verheiratet, 1 Kind kann man vergessen. Schlafzimmer, Wohnzimmer, Kinderzimmer – da bleibt kein reiner Arbeitsraum übrig.
    Auch wer jetzt einen extra Raum hat: Solange grundsätzlich ein Arbeitsplatz beim Arbeitgeber vorhanden und nutzbar ist, sind die absetzbaren Kosten auf 1250 Euro pro Jahr begrenzt.
    Und die erhält man ja auch nicht vom FA erstattet. Wer ordentlich verdient und 30% Lohnsteuer zahlt, bekommt entsprechend etwa 400 Euro Erstattung bei 1250 Euro Kosten und bleibt auf dem Rest sitzen.
    Da werden wir nächstes Jahr auch vielen Mitgliedern im Lohnsteuerhilfeverein schlechte Nachrichten überbringen müssen.
    Es liegt ja momentan im Interesse der Arbeitgeber, dass ihre Mitarbeiter zuhause bleiben und nicht die komplette Belegschaft infizieren und somit den Betrieb komplett lahmlegen.
    Als Arbeitnehmer sollte man also das Gespräch mit dem AG suchen, ob in dieser Zeit Aufwandsersatz, Pauschale Zuzahlungen o.ä. für die Arbeit von zuhause möglich sind. Es nutzt am Ende dem AG, also warum sollte das FA hierfür bezahlen müssen.

    • Das mit der Steuer war natürlich nicht ganz Ernst gemeint 🙂
      Wobei ich seit Jahren eine Pauschale absetze für privates Telefon, PC und Internet. Da ich das auch für berufliche Zwecke nutze gebe ich das als Werbungskosten an und bisher wurde es immer akzeptiert. Sind zwar nur 240 € (glaube ich), aber besser als nichts 🙂

  3. Tja – was soll ich dazu sagen? “Etwas” anders stellt sich die Situation bei Rentener Hugo schon dar:

    – rein “rechnerisch” könnten hier zwei (andere) Leute Home Office machen und ich trotzdem noch ins I-Net oder Filme sehen, oder… – die Hardware gäbe das schon her, das VDSL 250 (~ 208 kommen im Moment im Download)

    – praktisch würde das natürlich nicht so einfach bzw. gar nicht klappen >

    > hier ist alles auf einen Hugo hin angelegt, schlimme Wörter würden hin- und herfliegen -wenn es dabei denn bliebe. Deswegen ist das auch ein reines Gedankenspiel
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    Zur Realität: solange die Infrastruktur mitspielt (Strom, Internet) gibt es für mich als (nur) privater Nutzer keinerlei Einschränkungen oder Änderungen. Auch im Real-Life nicht sehr: ich bin schon Jahrende ein Stubenhocker, der ~ 4x/Monat in der nahen Norma (250 m) einkauft, seltenst beim Lidl (“meinen” Kaffee “Prodomo” gibt´s nicht oft bei der Norma). Vom Lidl > zu Hause nehme ich dann aber ein Taxi, zu Fuß schaffe ich das mit den Einkäufen nicht mehr.

    Das hat aber nix mit Corona zu tun – ich bin leider nicht mehr so fit wie andere mit knapp 69, sondern eher kränklich. Jeder hat sein Päckchen zu tragen…
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    NASs wie der Herr Autor nutze ich auch:

    – das “kleine” (2 Bay) mit 3 TB plus externer HDD mit nochmal 3 TB für Backups und einige Kategorien von Filmen

    – das “große” (5 Bay) mit 24 TB nur für Filme

    Da habe ich erst kürzlich wieder mal neu sortiert, “umgeschlichtet”, die externe HDD neu dazu und unnötiges/nicht mehr gebrauchtes gelöscht. So gerne mache ich sowas nicht, weil es fast in Arbeit ausartet – muß aber sein, um den Überblick einigermaßen zu behalten.
    —————————————-
    Zu den Monitoren: bin ich ja seit Jahren gewöhnt, im Moment 2×3 und 3×2 bei den Win-Rechnern – eines ist bei allen aber gleich: egal, was ich auch mache: es ist entweder auf dem einen ODER einem anderen Monitor. Schon Vollbild auf einem der Monitore ist seeehr selten.

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