Extemismus ist scheiße

Vorwort: Dieser Artikel ist sehr politisch. Ich bitte euch, dass ihr sachlich und gesittet bleibt.

Das Internet ist ein Ort, in welchem jeder seine Meinung frei äußern kann und darf. Das heißt aber nicht, dass man das in jedem Ton machen darf. Und auch nicht, dass andere die Meinung teilen müssen.

Eine Meinung ist, dass Rechtsextremismus scheiße ist. Wisst ihr was? Das denke ich auch. Ich sehe das aber allgemeiner: Jeder Extremismus ist scheiße, egal ob rechts, links oder religiös.

Ich bin aber nicht der Meinung, dass Menschen mit einer rechtsgerichteten beziehungsweise konservative Meinung automatisch schlechte Menschen sind. Sie haben einfach eine andere Meinung als ich. In einer Demokratie dürfen sie das haben. Auch bei den Linken (nicht die Partei) gibt es genug Meinungen, die keiner Überprüfung standhalten. Bei den Religiösen wird das mit den Belegen noch schwieriger.

Das muss eine demokratische Gesellschaft tolerieren. Tolerieren heißt eben nicht, dass man es akzeptiert oder gut heißt. Das Wort heißt, aus dem lateinischen übersetzt, ertragen oder aushalten. Man muss es ertragen, dass jemand eine andere Meinung hat. Eine Demokratie muss andere Meinungen aushalten.

Jetzt kommt der Knackpunkt: So lange die Menschen sich an die Grundgesetze halten, ist für mich alles ok. Werden sie extrem, dann ist es nicht mehr ok. Wird jemand angegriffen, verletzt oder anderweitig seiner Rechte beraubt, dann ist das scheiße.

Dabei ist es mir total egal, ob das rechts oder links motiviert ist. Gewalt gegen Flüchtlinge geht genau so wenig, wie Angriffe auf Polizisten und das Eigentum anderer (siehe Umweltdemo in Hamburg 2017).

Leider gibt es in allen politischen Richtungen extreme Strömungen. Polemische und aggressive Sprache ist kein Alleinstellungsmerkmal der Rechten. So gibt es beim Hamburger Bündnis gegen Rechts auch Sprüche wie Dem rechten Dreck entgegentippen. Warum muss es so aggressiv und polemisch sein?

Demokratie heißt eben auch, dass man Menschen mit anderen Ansichten mit Argumenten überzeugt, nicht mit Gewalt und Kampfparolen.

Bei mir so?

Rechts liegt mir tatsächlich gar nicht. Jeder Mensch darf im Rahmen der Grundrechte und Gesetze tun und lassen, was er will. Links? Manchmal mehr, manchmal weniger. Ich versuche die Themen differenziert zu betrachten. Jedes Thema für sich. Mal sehe ich es konservativ, ein anderes Mal links. Ich bin für Flüchtlingshilfe, aber gegen planlose Zuwanderung ohne richtige Betreuung und Integrationshilfe.

Gleichzeitig muss ich mit Menschen, deren Meinung ich nicht gut heiße, nicht meine Zeit verbringen. Mache ich auch nicht. Menschen mit extremen und undifferenzierten Aussagen fliegen aus meiner Filterblase.

Wie geht ihr mit politischen Meinungen um? Wo steht ihr?

Bleibt fluffig!

3 Gedanken zu „Extemismus ist scheiße“

  1. Politisch? Ööhm:

    – ich wohne seit Ende 1978 in Bayern, habe noch nie Leberkäs oder Weißwurst gegessen und noch nie CSU gewählt

    – ich mag keine Kommunisten, aber wenn ich wähle, dann (seit einiger Zeit) “Die Linke”

    – ich mache vieles an Personen fest

    Beispiele für letzteres (querbeet):

    – CDU/CSU mag ich nicht recht, die Frau Dr. Kanzler Merkel respektiere ich aber – man muß sich ihrer im Ausland nicht schämen

    – Mr. Zuckerberg, den ich immer “Zuckermann” nenne – schon von Bildern/Videos her: von dem würde ich nicht mal eine gebrauchte Schubkarre günstig kaufen, weil ich denke, das er mich besch***. Also ist alles, wo er mit zu tun hat “no go”. Noch Fragen, wie ich Fakebook finde?

    – was mag ich “gaanich”? Selfiesten, die mit FreundIn vor dem Eiffelturm stehen, knipsen und das auch noch sharen. Hassen tu ich die aber nicht, nur bemitleiden bzw. nicht ernstnehmen

    – Flüchtlinge: nicht alles rein lassen. Wer nämlich erst mal da ist, der will so schnell nicht weg…

    – was würde ich machen, wenn mich ein freundlicher Mensch im Auto mitnimmt und zum Europapark Rust einlädt? “Ich warte im Auto, geh´ du man rein.” – “Aber…” – “Nix,aber – ich warte im/am Auto”

    Vielleicht mag der ja keinen Rauch drin, dann würde ich aussteigen, um zu Rauchen. Aber in den Park würde ich nicht gehen.

    Wem diese meine Ansichten zu extrem sind, der möge es verkünden – dann weiß ich wenigstens, wo ich dran bin. So.

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  2. “Jeder Extremismus ist scheiße, egal ob rechts, links [..]”

    Ich habe den Eindruck, dass es im heutigen (online?) Diskurs nur das eine oder das andere gibt, zwei Extrema, kein Spektrum dazwischen. Sobald der Gegenüber dann in eins von beiden Fächern eingeordnet wurde, gibt es nur noch eine volle “Wir gegen die” Mentalität.

    Die (a-)sozialen Netzwerke sind dafür mMn eine nicht unerheblicher Faktor, denn sie machen es leicht, in eine Filterblase einer Ansicht zu geraten. Innerhalb dieser Filterblase werden besonders aufreißende Meinungen vom Algorithmus bevorzugt verbreitet, da diese für das Engagement anderer User sorgen (und die User somit länger auf der Plattform verbleiben).
    Wenn sich nun nur das “lauteste Geschrei” durchsetzt, brüllen bald alle um die Wette, gemäßigte Stimmen bleiben auf der Strecke.

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    • Genau das. Man muss jede Position abwägen. Man muss sie nicht gut oder richtig finden, man muss aber akzeptieren, dass es sie gibt.
      Und ja, dazu gehört es eben auch, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Macht man das nicht, dann beschäftigt man sich gar nicht erst mit anderen Positionen.

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