Die Technik muss nicht immer komplexer werden

Elektroläden, die einzigen Orte an denen mich meine Freundin freiwillig zum Spazieren überreden kann. Gut, sie selbst hasst es dort. Ich schaue mir aber gerne die neuen Produkte mit Stecker an.

Dabei ist der heiße Trend aktuell: Connected und Smart muss es sein. Dabei erwische ich mich inzwischen immer häufiger bei der Frage, wozu?

Auch ich besitze “smarte” Geräte, da es bei manchen Produktgruppen einen Mehrwert bietet. Hue Lampen, welche als Ambilight für meinen PC dienen. Alexa als Timer. Auch wenn nicht selbst im Besitz, da zu teuer: Heinzkörperregler, smarte Rolläden, Steckdosen. Da kann ich einen Sinn erkennen.

Aber oft ist ein Gerät nur für das Marketing smart. Eine smarte Kaffeemaschine*? Für die erste Tasse sicher praktisch, danach muss ich doch eh an das Gerät, die Tasse holen und eine neue drunter stellen. Und ein Kaffee dauert auch nicht so lange, dass ich die zwei Minuten auf den Kaffe nicht warten könnte (wenn ich denn welchen trinken würde).

Dafür könnte meine Waschmaschine smart. Sie steht aber im Keller und mein WiFi reicht einfach nicht weit genug. Attraktiv ist das aber auch nur, weil die Zeitanzeige auf der Maschine selbst vorne und hinten nicht hinhaut. 1 Stunde und 39 Minuten? Nach 2 Stunden geht man die drei Stockwerke runter und es dauert noch 10 Minuten. Danke Miele.

Kühlschränke, in die man per Display reinschauen kann. Oder per Smartphone von unterwegs? Bin ich zu Hause, dann mache ich die Türe auf. Will ich Rezepte, dann nehme ich das iPad* oder mein Smartphone. Und wenn ich mir die Bilder zum erstbesten smarten Kühlschrank von Samsung* anschaue, dann frage ich mich, wessen Kühlschrank so leer ist? Mit der Kamera sieht man nur die Dinge, die ganz vorne stehen. Das hilft mir unterwegs aber wenig, wenn ich wissen will, ob ich noch eine Schlagsahne habe, die eventuell hinter dem Joghurt steht.

Ich bin ein riesiger Freund des technologischen Fortschritts. Ich liebe es, wenn Technik mein Leben erleichtert oder erweitert. Wenn die Antwort auf die Frage “Warum” aber nur ein “Weil wir es können” ist, dann sollte man seine Produktentwicklung überdenken. Technik darf komplexer werden, wenn sich dadurch ein Mehrwert ergibt. Sie sollte auf der anderen Seite aber so simpel wie möglich sein, damit sie weniger Problemstellen haben kann.
2.300 € für einen Kühlschrank und dann geht das Display oder die Kamera kaputt? All-in-One Gerät von HP, das nicht mehr Scannen kann, weil der Druckkopf defekt ist?

Eventuell sind die Geräte heute auch deshalb kurzlebiger, weil einfach viel mehr (Unnötiges) verbaut wird, was kaputt gehen kann. Ich finde, das muss nicht sein. Und ihr?

Bleibt fluffig.

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