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Die GEMA kann mich mal

Hin und wieder bin ich live auf Twitch. Ich bin dabei eher gemütlich unterwegs und lasse eher Musik abspielen und rede weniger. Doch bei der Musik gibt es ein Problem: Die GEMA – der rechtlich legitimierte Rechte-Monopolist.

Ich habe also die Wahl einen Vertrag mit der GEMA abzuschließen, oder auf GEMA pflichtige Musik zu verzichen. Ich habe mich für letzteres entschieden.

Ich verstehe, dass Musiker Geld verdienen wollen. Es ist zeitaufwändig, Musik zu machen. Wenn ein Club Musik spielt, dann verdient er damit Geld. Davon soll natürlich auch etwas an den Künstler gehen. Musik im Supermarkt? Fördert den Umsatz und deshalb sollte man den Künstler beteiligen.

Ein großer Streamer oder YouTuber, welcher mit seinen Streams und Videos Geld verdient? Auch hier dient die Musik einer Gewinnabsicht und der Künstler sollte beteiligt werden. Meine Meinung also: Wer mit Musik direkt oder indirekt Geld verdient, der sollte den Künstler beteiligen.

Mein Problem: Ich verdiene mit meinen Streams keinen Cent. Im Gegenteil, ich habe keine Möglichkeit aktiviert, mit welcher ich Geld erhalten könnte. Kein Spendenlink, keine Abos, keine Werbung, nichts. Trotzdem würde ich, gerade für ruhige Streams, Musik abspielen.

Ich habe mich also schlau gemacht, was mich das kosten würde. 5€ pro Monat wäre meine Schmerzensgrenze – zur Erinnerung: Ich habe keine Einnahmen dadurch. Dabei ist es gar nicht so einfach, überhaupt den richtigen GEMA Tarif für Twitch Streams zu finden. Eigentlich sogar unmöglich – es gibt keinen.

Es gibt den Tarif Tarif VR-OD 10, welcher aber nur für eingene Webseiten gedacht ist. Mindestens 240 € pro Jahr wäre zwar recht teuer und käme für mich nicht in Frage, aber es wäre ein Anfang. Der Reddit-User Bartfresse hatte diesbezüglich die GEMA angeschrieben und die Rückmeldung erhalten, dass Twitch einen Tarif abschließen muss. Der Streamer selbst hat keine Chance legal Musik im Stream zu verwenden, wenn Twitch keine Lizenz bei der GEMA abschließt.

Was bleibt mir? Entweder GEMA-pflichtige Musik spielen und im Zweifel eine Abmahnung bekommen. Das kann teuer werden. Sehr teuer. Oder ich spiele keine Musik, was ich nicht möchte. Dafür bin ich manchmal zu erschöpft nach der Arbeit und mein Stream wäre zu ruhig.

Eine weitere Möglichkeit besteht in gemeinfreier Musik. Also Musik, welche zur freien Verwendung freigegeben sind, zumindest aber für die nicht-kommerzielle Verwendung. Die Musik kennt man aber nicht und ist nicht ganz einfach aufzutreiben. Ich habe inzwischen fast 1.000 gemeinfreie Lieder auf der Festplatte. Diese höre ich mir jetzt mit meinen Zuschauern an, bewerte sie und entscheide, ob sie weiterhin auf der Festplatte bleiben. Dazu muss ich sie noch richtig benennen, leider ist das oft nicht der Fall.

Letzteres ist wichig, da es in Deutschland eine GEMA-Vermutung im Gesetz gibt. Ich als Streamer muss nachweisen, dass die gespielte Musik nicht von der GEMA verwaltet wird. Kann ich das nicht, dann geht man einfach davon aus, dass die GEMA für das Lied zuständig ist und ich könnte trotzdem eine Abmahnung erhalten.

Klar, auch mir ist bewusst, dass vermutlich niemand meinen kleinen Stream ernsthaft abmahnen würde. Dazu müsste ich erst gefunden werden. Es gibt sicher größere und lohnendere Fische. Aber nur, weil es keiner kontrolliert wird es nicht legal. Egal wie dumm die Gesetze sind.

Was haltet ihr vom Vorgehen der GEMA? Ist das Lizenzmodell noch zeitgemäß?

Kategorien: Gesellschaft

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2 Kommentare

  1. Ich würde für solche Zwecke immer auf Musik von Jamendo.com oder ccmixter.org zurückgreifen, die in großer Auswahl vorhanden und gemeinfrei ist. Da gibt es sicher noch mehr Anbieter, aber die Beiden sind schon mal eine gute Adresse.

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