Die Angst vor dem blauen Licht

Vor einigen Jahren verbreitete sich das kleine Programm f.lux schnell durch das Internet. Der Nutzen? Der Bildschirm wird in wärmeren Farbtönen eingefärbt und damit der Anteil des bläulichen Lichts reduziert.

Das soll in den Abendstunden ein natürlicheres Licht erzeugen und Einschlafproblemen entgegenwirken. Tagsüber ist das natürliche Licht draußen kälter, Abends findet dann eine Rotverschiebung zu wärmeren Tönen statt.

Diese Funktion hat dann relativ schnell auch bei den großen Marktteilnehmern Anklang gefunden. Inzwischen beherrschen alle Betriebssysteme von Haus aus die Anpassung der Lichtwärme des Bildschirms abhängig von der Tageszeit. Da es Anwendungen gibt, bei welchen das störend ist, ist die Einstellung natürlich optional.

Soweit ich das überblicken kann ist die Wirkung des blauen Lichts auf die Müdigkeit beziehungsweise das Fehlen dieser bis jetzt nicht sicher nachgewiesen. Gerade, weil Bildschirme eine recht kleine Lichtmenge ausstrahlen, im Vergleich zur natürlichen Lichtquelle Sonne, ist der Einfluss auf die Melaninproduktion fraglich. Melanin ist ein Hormon, dass unseren Schlaf steuert. Tagsüber will man also wenig Melanin, Abends vor dem Schlafengehen mehr.

Ein weiteres Argument gegen blaues Licht: Zu viel blaues Licht schadet den Augen. Das ist auch nachgewiesen und wird nicht in Frage gestellt. Aber die Frage ist, was ist “zu viel” blaues Licht? Ein gutes Display hat heutzutage eine (tatsächliche) Helligkeit von 350-500 cd/m². Die Helligkeit der Sonne an einem wolkenfreien Sommertag liegt bei 8.000 cd/m², an einem wolkigen Wintertag bei 2.000 cd/m³. Eine Stunde in der Sonne im Sommer entspricht also 16 Stunden auf den Bildschirm schauen (grob gesagt, vermutlich wirken 8.000 cd/m² intensiver als 500 cd/m2).

Auch wenn ich jetzt kein Experte bin, für mich sind Blaulichtfilter sicher nicht schädlich, aber auch kein Must-Have. Gerade, wenn man an die Brillen denkt, welche einen solchen Filter bieten. Klar, den kann man zu seiner neuen Brille dazunehmen. Aber extra eine Bildschirmbrille anschaffen, wenn man mit seiner Sehkraft keine braucht? Meiner Meinung nach nicht notwendig. Es scheint hier aber inzwischen einen großen Markt zu geben, das Marketing hat also gewirkt.

Bleibt fluffig!

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