Der Corona-Lockdown hatte sich auch auf den Europa-Park ausgewirkt. Dank Covid-19 durfte der Park nicht, wie geplant, am 28.03.2020 in die Sommersaison starten.

Seit dem 29.05.2020 ist der Park, mit einigen Auflagen, wieder offen. Die Zeit des Lockdown hatten die Betreiber genutzt, um sich ein umfassendes Maßnahmenpaket auszudenken und dieses einzuführen.

Lohnt sich trotz der Maßnahmen ein Besuch im Park? Ich war am Sonntag (31.05.2020) dort.

Ich habe eine Jahreskarte bzw. Clubkarte für den Europa-Park. Eigentlich darf man mit dieser Karte jederzeit in den Park. Wenn nicht Corona wäre. Die erste Maßnahme des Parks: Man muss sich die Tickets vorab für einen speziellen Tag buchen. Als Clubkartenbesitzer darf man immerhin einmal im Monat ein Ticket ohne extra Kosten buchen.

Nach Freischaltung des Online-Shops war die Buchung aber ein Abenteuer. Inzwischen hat sich der Ansturm und die damit einhergehenden Probleme im Online-Shop aber gelegt.

Der Parkplatz wird jetzt mit größerem Abstand belegt, was auch dadurch möglich ist, dass aktuell nur maximal 10.000 Menschen pro Tag in den Park dürfen. Das hört sich nach viel an. Der Park ist aber 95 Hektar (95 km²) groß und hat normalerweise an Spitzentagen bis zu 50.000 Besucher. Die Menschen verteilen sich also gut und man kann sehr entspannt durch den Park schlendern. Das war für uns sehr positiv.

Natürlich wird auch verstärkt auf Hygiene geachtet. Bahnen, Flächen und Geländer werden regelmäßig gereinigt. Mundschutz in Innenbereichen, Wartebereichen und auf Attraktionen ist obligatorisch. Abstände müssen eingehalten werden und werden kontrolliert. Man fühlt sich also gut geschützt. In einem Supermarkt fühle ich mich weniger geschützt.

Zusätzlich gibt es eine App namens Distance Radar. Während ich diese auf Android installieren konnte, konnte meine Freundin diese im iOS Appstore nicht finden. Die App misst über Bluetooth die Entfernung zu Smartphones in der Umgebung. Ist man zu nah, dann gibt es eine Warnung und man kommt in den roten Bereich. Hält man genug Abstand, dann steigt der Score und man kommt in den grünen Bereich. Im grünen Bereich hat man jede Stunde die Chance, ein Expressticket zu bekommen – damit darf man an Warteschlagen vorbei auf Bahnen. Da die App aber stark an meinem nicht vollen Akku gezogen hat, hatte ich sie deaktiviert.

Als nächste App, bzw. als Erweiterung der bisherigen Park App, gibt es die Virtual Line – eine virtuelle Warteschlange. Man meldet sich mit dem Smartphone an und wird benachrichtigt, wenn man an der Reihe ist. Dann geht man nur noch zur Bahn, zeigt sein Ticket vor und kann in die kurze Schlange.
Das war zumindest der Plan. Beim ersten Versuch wurden wir nicht benachrichtigt und kamen 30 Minuten zu spät. Wir wurden netterweise trotzdem reingelassen. Beim zweiten Versuch kam die Info – aber in Zwischenzeit ist das System wohl zusammengebrochen und der Park hat wieder auf die klassischen Warteschlangen umgestellt.
Eigentlich gefällt mir die Idee, aber hier muss (und wird sicher auch) der Park noch an der Stabilität arbeiten.

Die größte Maßnahme zum Schutz vor Corona ist aber die Belegung der Attraktionen. Gruppen werden weitestgehend durch leere Sitze getrennt. Dazu wird nur maximal jede zweite Reihe belegt. Dadurch sinkt aber die Kapazität der Bahnen. Es sind zwar weniger Menschen im Park, die Wartezeiten sind aber trotzdem extrem lange. Bluefire, Wodan und Arthur über 90 Minuten, CanCan Coaster meist bei 30-40 Minuten, Euro-Mir 30+ Minuten. Silverstar auf über 30 Minuten.

Wir sind kaum große Bahnen gefahren. Stattdessen sind wir durch den Park gelaufen und haben uns gemütlich durch den Park gefuttert. Bei dem Wetter auch sehr toll.

Für uns war der Tag toll und wir haben uns sicher gefühlt. Die Maske geht einem aber recht schnell auf die Nerven, da sie doch das Atmen einschränkt (und an meinem 3-Tage-Bart kratzt). Hätten wir aber den Normalpreis bezahlt oder gar unseren Urlaub dort verbracht, dann wären wir verärgert gewesen. Die Wartezeiten waren einfach zu lange.
Die Ideen des Parks sind gut, die Umsetzung muss aber noch verbessert werden. Gerade die Virtual Line könnte auch ein Modell für nach Corona sein. Trotzdem ist es beachtlich, wie gut und schnell sich der Park auf die Situation eingestellt hat.

Würdet ihr in einen Freizeitpark gehen? Was haltet ihr von den Maßnahmen?