Datenschutz ist ein Gesellschaftsproblem

Nachdem ich meinen PC auf Linux umgestellt und hier über die Alternativen für die Kommunikation geschrieben habe, habe ich mir grunsätzlich über den Datenschutz Gedanken gemacht.

Warum müssen wir eigentlich unsere Daten schützen? Weil unsere Gesellschaft dies notwendig macht!

Warum will ich meine Daten schützen? Vor wem will ich diese schützen? Vor Google? Vor Facebook? Eigentlich nicht.

Ich möchte meine Daten schützen, damit keiner etwas über mich herausfindet. Herausfindet, auf welchen Seiten ich surfe, mit wem ich über was schreibe, was ich an meinem digitalen Gerät mache.

Ich habe Angst, dass mir jemand mit diesen Informationen schaden könnte. Ich habe also Angst davor, dass mein Wesen und Verhalten für mich zum Nachteil wird. Aber eigentlich sind nicht die Informationen das Problem.

Das Problem ist unsere Gesellschaft. Ein Musterbürger könnte alles von sich veröffentlichen. Er hätte dadurch keinen Nachteil. Ich hingegen habe Angst, dass die Gesellschaft sich an meinem Hobbie stört. Dass die Menschen um mich herum meine Ansichten falsch finden. Das ich ausgegrenzt und benachteiligt werde.

Wenn unsere Gesellschaft also wirklich tolerant und offen wäre, dann wäre der Datenschutz unnötig. Dann kann jeder wissen, mit wem ich mich über was unterhalte oder was ich mache.

Das bleibt zu meinen Lebzeiten aber eine Utopie.

Bleibt fluffig!

Ein Gedanke zu „Datenschutz ist ein Gesellschaftsproblem“

  1. “Ein Musterbürger könnte alles von sich veröffentlichen.”

    Diesen Musterbürger gibt es allerdings nicht. Jeder hat eine mehr oder weniger stark ausgeprägte (politische) Meinung. Das wird einem früher oder später immer zum Verhängnis werden, weil sich die “richtige Meinung”(tm) sowohl in der Öffentlichkeit als auch privat im Lauf der Zeit wandelt.

    Auf Twitter gibt es jetzt schon Fälle, in denen in der USA ~10 Jahre alte Tweets ausgegraben werden und an den Pranger gestellt werden. Leute können deswegen dort schonmal ihre Jobs verlieren, hier in Deutschland habe ich nichts davon gehört, will das aber nicht ausschließen.

    “Vor wem will ich diese schützen? Vor Google? Vor Facebook? Eigentlich nicht.”

    Mhm… doch. Humanität und Toleranz werden spätestens bei Aktionärsversammlungen an der Tür liegengelassen. Wenn sich Profit aus etwas schlagen lässt, dann wird das auch getan.

    Angenommen, du magst Schokolade. Du like’st die Fanpages der Muhmilchxyz Schokoladenmarke, kommentierst immer schön, wie gut dir deren Produkte schmecken.
    Daraufhin wird dir mehr Werbung für solche und ähnliche Ware ausgespielt, die Werbekonzerne freuen sich im Hintergrund.
    Du freust dich auch, probierst verschiedene Sachen aus, bezahlst online mit verlinktem Social-Media Konto und freust dich auf die neusten Sorten usw.

    Bis du dann zB mal eine neue Versicherung abschließen willst, dann kann es plötzlich heißen:
    “Unser Algorithmus prognostiziert, dass Sie in den nächsten fünf Jahren an einer unheilbaren Herzschwäche erkranken. Versicherungsschutz ausgeschlossen.”[1]

    Profilbildung sei Dank ist die Toleranz an diesem Punkt zuende, es geht ums Geschäft ¯\_(ツ)_/¯

    Es liegt in der menschlichen Natur, Lücken zu finden und diese zum eigenen Vorteil auszunutzen. Ein gläserner Bürger ist dabei eine ziemlich große Lücke, seine Informationen sind ein super Ansatzpunkt zur Manipulation, ein gefundenes Fressen für den digitalen Turbodiditalismus und deshalb ist Datenschutz meiner Meinung nach ein Muss.

    [1] Das Zitat habe ich von https://www.kuketz-blog.de/digitale-selbstverteidigung-was-ist-das-eigentlich/
    Die Artikel von Mike Kuketz sind für das Thema sehr schönes Material.

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