Datenschutz bei mir?

Herr Hugo hat in einem Kommentar recht treffend festgestellt, dass ich eigentlich nicht die Zielgruppe für Datenschutz bin. Grundlegende Informationen inklusive Wohnort zu mir findet man im Impressum und sowohl dieser Blog, meine Twitter Aktivität und mein Twitch Kanal verraten viel über mich.

Deshalb habe ich mir die Frage gestellt, ob ich den Aufwand für den Datenschutz überhaupt in Kauf nehmen soll.

Die einzige Antwort darauf ist die übliche BWLer Antwort: Es kommt darauf an.

Meine Daten brauche ich, wie man in der Einleitung sieht, eigentlich nicht mehr schützen. Ich habe auch wenige Dinge, die ich wirklich verheimlichen wollte. Und aus dem, was ich veröffentliche kann man, wenn man denn will, ein recht genaues Profil von mir erstellen.

Schwieriger wird es, wenn es andere Beteiligte gibt. Eure Daten sind hier eine Sache, die ich bestmöglich schütze und so wenig wie möglich erfasse. Bei Kommentaren brauche ich rechtlich ein paar Daten, aber auch hier wird nur das Nötigste gespeichert.

Schwerer wird es, wenn man sich die anderen Dienste anschaut. Bei den sozialen Netzwerken seid ihr entweder angemeldet oder nicht. Wenn nicht, dann bekommen sie zumindest von mir keine Daten.

Anders WhatApp: Hier benötigt WhatsApp mein Adressbuch, damit ich sehe, wer WhatsApp noch nutzt. Leider fällt mir hier kein Workaround ein. Das Gleiche habe ich mit dem Google Adressbuch. Ich bin jemand, der gerne vollständige Kontakte hat. Also Name, Nummern, Anschrift, Geburtstag, etc. Das bekommt natürlich alles Google und es sind nicht meine Daten.

WhatsApp ist halt doof, ich sehe erst dann, dass jemand kein WhatsApp nutzt, wenn ich seine Daten schon übertragen habe. Bei Google hilft eigentlich nur Vertrauen. Keine Ahnung, wie ich damit umgehen soll.

Für alles andere, also bei meinen Daten, werde ich wohl doch wieder auf den bequemen Weg setzen. Windows funktioniert für Gaming einfach erheblich besser. Dann halt so weit wie möglich die Datenübertragung abschalten und gut ist. Ich bin einfach zu faul und zu bequem für Datenschutz. Und eben auch zu offen in meiner Kommunikation.

Wie handhabt ihr den Datenschutz? Gerade wenn es um die Daten anderer geht?

Comments

  1. Da fällt mir eines ein, das für viele ganz selbstverständlich ist, ich aber nicht mache:

    – soweit mir bekannt ist existiert kein Foto, auf dem ich zu erkennen wäre im I-Net – ich habe a.j.F. noch nie eines hochgeladen

    – und ich würde auch kein Foto von Bekannten o.ä. hochladen – wenn die das selber tun: bitte sehr

    Du hast ja meinen Kommmentar erwähnt – nicht alle können oder wollen das so oder ähnlich halten. Ich kann ja auch meinen Real Name nicht überall geheim halten – die Päckchen von Amazon werden natürlich nicht an “Herrn Hugo”, sondern an X. XXXXXXXXXX in XXXXXXXXXX geschickt und das Geld von meinem Konto abgebucht.

    Auch meinen konkreten Wohnort “erzähle” ich nicht – “1978 von Wuppertal nach Bayern ausgewandert” muß reichen. Trotzdem wissen eine Mene Dienste zumindest die Stadt in der ich wohne – wohl IP-Adresse sei “Dank”.

    “Ich bin jemand, der gerne vollständige Kontakte hat. Also Name, Nummern, Anschrift, Geburtstag, etc.” so, so…

    Gut, ich verrate 3 Dinge – meinen Geburtstag: 21.7.19murmelmurmel51 – meine Schuhgröße: 44 – und, das ich es vor ganz kurz geschafft habe, noch einen PC mit 2 Monitoren an einem neuzusätzlichen “Arbeits”platz in der kleinen Küche aufzustellen.

    Und bei Win bleibe ich eh – nicht aus übergroßer Liebe, sonden weil ich a) damit am besten zurecht kommen und es b) das kleinere von 3 Übeln ist: macOS will noch mehr kujonieren und iMacs etc. “passen” nicht in meine Computerlandschaft, Linux will ich nicht.

    Nur die Tastaturen, die dürfen gerne von Apple sein – gerade an Win-Rechnern. Auch für den in der Küche habe ich eine kleine (mit Label, ohne Numpad) aus dem Schrank geholt.

    Bevor Fragen kommen: für den neuen Küchen”arbeits”platz habe ich nur die 2 Monitore “neu” gekauft: 2x 19″ 1280×1024 generalüberholt für 73,16 €u (beide zusammen inkl. Versand). 1A Zustand, Höhenverstellung, Pivot und ideal für alte Spiele: auf 19″ können die alle.

    Sogar unter Win10 1909, das installiert ist. Nur ein Spiel hab´ ich (noch) nicht geschafft: Blitzkrieg 2: Win10 läßt natürlich den Kopierschutz für XP nicht zu, der “Hack” dagegen funktionierte in Win7, in Win10 aber nicht mehr. So schnell gebe ich aber nicht auf…

  2. Wenn ich per Whatsapp kommunizieren möchte, dann kann mich mein Gegenüber direkt anschreiben, der Chat ist somit vorhanden.
    Whatsapp braucht so keinen Zugriff auf meine Kontakte, desweiteren nutze ich für das Speichern der meisten eh OpenContacts, darauf hat keine andere App Zugriff.

    “Bei den sozialen Netzwerken seid ihr entweder angemeldet oder nicht.”
    Das stimmt nicht so ganz, da ein großer Teil des Internets diverse Anbindungen an Facebook, Twitter und Google hat. Jeder Website, die einen “like” Button, eine Tweet-Anbindung oder auch nur Google-Analytics benutzt, verweist den Browser beim Laden der Seite auf die Server der genannten Konzerne.
    Da solche Zugriffe erfasst werden (IP, Uhrzeit, Referrer, User-Agent) entstehen auch ohne offiziellen Account Schattenprofile, gegen deren Erstellung man keinen Widerspruch einlegen kann.

    1. WhatsApp hast du Recht. Aber es macht es weniger “angenehm”.

      Zu den sozialen Netzwerken: Wegen deinen Bedenken habe ich hier auch keine solche Buttons. Die einzigen externen Inhalte ist das YouTube Plugin, dass aber erst manuell aktiviert werden muss.

  3. Auch ich habe schon oft überlegt, ob es für mich nicht verhältnismäiß überflüssig ist, Datenschutz zu beachten:

    1) Kommuniziere ich im Netz öffentlich und mit meinem Klarnamen.
    2) Mit den fast 1.000 Artikeln in meinem Blog “Gerhards Gedankenbuch” lässt sich ein ziemlich vollständiges Profil über mich erstellen. Hinzu kommen
    3) meine Aktivitäten in den sozialen Netzwerken.

    Darum komme ich mir vor mir selbst auch langsam albern vor, wenn ich mich von WhatsApp verabschiede, dann wieder zurück kehre, dann wieder verabschiede . . .

  4. Einen wichtigen Gesichtspunkt möchte ich nachtragen:

    Der schlimmste und gefährlichste Datenspion ist unser eigener Staat. Du bekommest keine soziale Leistung, wenn Du Dich nicht gnadenlos offenbarst. Und finanziell bist Du ein offenes Buch. Und wenn Du nicht so willst, wie der Staat es will (Hatz IV, Grundsicherung, Sozialhilfe), bekommst Du entweder gar keine Leistungen oder wirst bis unter das Existenzminimun bestraft.

  5. @ omega: Ganz zur Not könntest du auch übers Festnetz telefonieren – das “direkte” ist da auch vorhanden. Ich telefoniere ab/an schon noch schön altmodisch. Sicher könnten BND, CIA oder Mossad dieses Telefonat auch abhören – aber die erzählen es sicher nicht dem Mr. Zuckermann, grins.

    Jemand, der sich richtig gut auskennt, der kann das schnüffeln sicher mit diversen Maßnahmen noch weiter reduzieren, aber seien wir doch mal ehrlich:

    – ziemlich verhindern kann man computerschnüffeln nur verhindern, wenn man den Comp aus dem Netzwerk nimmt…

    – geht natürlich – aber richtig kommod ist das dann nicht mehr für den privaten User

    Ich will a.j.F. bei jedem meiner Comps Zugriff aufs NAS und/oder I-Net haben. Und ich schätze, viele andere wollen das auch.

    @ Gerhard Hallstein: “…nicht so willst, wie der Staat es will (Hartz IV, Grundsicherung, Sozialhilfe), bekommst Du entweder gar keine Leistungen oder wirst…”

    Tja, da gibts ein Sprichwort: “Wer zahlt, schafft an.” In den von dir benannten Fällen ist übrigens offener Widerspruch keine gute Idee, geschicktes “mitschwimmen im Strom” die bessere.

    Und bloggen köönnnte man iwi auch, ohne seinen richtigen Namen ins Impressum zu schreiben. Das meine ich nicht nur, das weiß ich aus vertrauenswürdiger Quelle.

    1. @Herr Hugo: Beim Festnetz mache ich mir eher sorgen, dass mein Gegenüber überhaupt lange genug an einem Ort ist, um ihn dort verlässlich erreichen zu können… zumindest in meinem Freundeskreis ist in der Tat etwas aus der Mode gekommen ^^’

      Und wenn es ein Geheimdienst direkt auf einen abgesehen hat, werden da Mittel und Wege gefunden, denke ich, spätestens mit ZeroDay Exploits oder einem persönlichem Besuch.

      Aber im großen und ganzen ist es m.M.n. schon ein wichtiger Schritt, sich der “alltäglichen” Datenschnüffellei zu entziehen.
      Da m.W.n. keine Organisation die Kapazitäten hat, das heutzutage noch für die Fläche manuell durchzuführen, passiert das auch nur mit automatisierten Systemen. Durch den Verzicht auf (a-)soziale Netzwerke, Blockierung von Profiling und Unterdrückung von Telemetrie ist es im Endeffekt egal, ob jemand verschlüsselt auf den NAS in Netzwerk XY zugreift oder regulärer Netzwerktraffic hinaus ins Internet stattfindet – das geht dann in der Masse unter.

      1. “… Aber spätestens in der Datenschutzerklärung gehört ein Name aufgeschrieben…” Tja, “ein” Name, das mag wohl sein. Ich erzähle mal etwas:

        – privater, nicht ZU großer Blog
        – Impressum mit Name, Adresse, Telefon (alles in D) – alles steht da genau, wie es sein soll, aaaber:

        – die Adresse gibt´s, da steht ein Haus, da wohnen Leute – aber derdie, dessen Name im Impressum steht, derdie hat da nie gewohnt
        – kann ersie auch gar nicht: ersie hat seine Identität, Leben, 2x Dr.-Titel und und und…einfach erfunden
        – sogar seinenihren eigenen Tod hat ersie erfunden – dann, als das Spiel aufgeflogen war…

        Selbst recht schlaue Leute, die selber Blogs schreiben und sie ein bißchen auskennen, haben das vorher jaaahrelang nicht bemerkt. Derdie hat sogar einen rechtschaffenden (Mit)Autor gehabt, der zuerst die meisten, dann so gut wie alle alle Artikel geschrieben hat.

        Dreimal darfst du raten, WER dieser rechtschaffende Mensch war…

        PS: das alles meine ich nicht nur, ich kann´s notfalls beweisen.

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