Wer mich kennt, oder in meinen Streams genauer hinsieht, der wird mir mein Übergewicht ansehen. Ich würde nicht sagen, dass ich extrem ungesund lebe, aber ein Gesundheitsfreak bin ich auch nicht gerade.

Aus einer spontanen Idee heraus habe mir mir jetzt vorgenommen, etwas bewusster zu leben. Nicht nur, was meinen Körper angeht, sondern auch die Umwelt.

Dabei habe ich aber keine radikalen Änderungen vor. Eher kleine Schritte. Ich bin teilweise überrascht, wie in meinem Umfeld manche von einem Tag auf den anderen vom ungesunden Lebensstil zum Marathonläufer mutieren. Und dabei leider ihr ganzes Leben darauf ausrichten. Alle Hobbies bis dahin werden verworfen, nur noch Sport, Ernährung und Leistung.

Das ist nichts für mich. Ich möchte kein Hochleistungssportler werden. Ich möchte etwas schlanker und fitter werden. Ich möchte auch etwas mehr auf die Umweltverträglichkeit achten.
Aber ich möchte noch immer Spaß am Leben haben, an den Dingen die ich auch bisher mochte.

Was beachte ich stärker?

Lebensmittel sind ein gutes Beispiel. Ich habe recht oft Fleisch gegessen. Ich liebe Fleisch. Aber dann denkt man über die industrielle Tierhaltung und Aufzucht nach. Über die Auswirkungen auf das Klima. Beides Dinge, die man sich nicht zu oft vor Augen führen sollte.
Ich könnte jetzt Vegetarier oder gar Veganer werden. Aber hin und wieder ein Steak, Schnitzel oder eine Wurst ist schon geil. Aber man kann weniger davon essen. Mehr Gemüse und Obst, mehr Fisch. Oder man probiert vegetarische oder vegane Ersatzprodukte – die keine sind. Veganes Hackfleisch auf Erbsenbasis ist nicht annähernd Hackfleisch. Es schmeckt in einer Bolognese aber nicht schlecht. Es ist etwas anderes, ja. Aber es schmeckt auch.
Fleischsalat Ersatz von der Marke mit der Mühle habe ich noch probiert. Nicht vegan, auf Eierbasis. Da der Fleischsalat aus viel Mayonnaise besteht ist der Unterschied nicht so groß. Schmeckt erstaunlicherweise auch.

Trotzdem werde ich weiter mit Fleisch grillen oder ein Burger mit Hackfleisch machen. Letzteres eventuell nicht immer.
Dann gilt es aber, auch darauf zu achten, woher das Fleisch kommt und wie die Tiere gelebt haben.

Das gilt dann auch für das zweite Beispiel. Mehr auf die Produkte achten. Milchprodukte mehr von Marken mit guter Tierhaltung. Eier aus Freilandhaltung. Regionaleres und saisonaleres Obst und Gemüse. Wobei ich Kiwis und Bananen liebe und trotzdem kaufe.

Und zuletzt – die Verpackung. Die Kiwis oder Bananen müssen nicht in eine Plastiktüte. Das Butterbrot kann auch in Butterbrotpapier statt Plastikbeutel. Tupper vergesse ich zu oft auf der Arbeit oder im Auto. Bewusster und geplanter einkaufen und damit weniger vergammelte Lebensmittel wegwerfen.

Für die Gesundheit kommt noch etwas dazu: Süßigkeiten, Softdrinks und Snacks. Vermutlich der Hauptgrund, warum ich so zugelegt habe. Oft Red Bull, Eistee und Mezzo Mix. Gummibärchen sind für mich sehr verlockend. Oder die Bratwurst am Kiosk? Alles nicht gerade kontrolliert. Nach und nach wird man davon dick. Also gibt es jetzt das Frühstück von zu Hause. Dazu noch einen Becher Tee und Wasser mit etwas Erbeer- oder Himbeersirup.

Was mache ich trotzdem?

Mein größtes Laster, mit dem ich kämpfe: das Rauchen. Mal rauche ich, dann wieder eine Weile nicht. Ich rauche einfach gerne und werde es wohl weiterhin tun. Je nach Tag sind es mal nur zwei Zigaretten, mal auch bis zu zehn. Bei Partys auch mal mehr. Ich würde aber keinem raten, es anzufangen.

Und hatte ich Süßigkeiten, Softdrinks und Snacks erwähnt? Natürlich entsage ich mich nicht komplett. Ich fahre es nur stark zurück. Statt einer Packung Gummibärchen die Woche gibt es diese nur noch alle paar Wochen. Eistee wird selbst gemacht und der schon angesprochene Sirup ist besser, aber nicht perfekt. Und wenn ich mit meiner Freundin zum Shoppingtag muss oder auf ein Straßenfest gehe, dann werde ich mir sicher auch eine Bratwurst gönnen.

Also nur halbherzig?

Der Meinung bin ich nicht. Die kleinen Schritte sind wichtig. Sowohl für einen selbst, als auch für die Umwelt und Tiere. Wir müssen nicht komplett verzichten. Bewusster konsumieren würde schon viel bringen. Wenn jeder seinen Fleischkonsum und Müll um einen kleinen Teil reduziert und dann noch auf die Haltungsform achtet, dann wären Mensch und Umwelt schon viel geholfen.

Aber das soll jeder für sich entscheiden. Wenn man das nicht will, auch ok. Dieser Beitrag ist ein Denkanstoß und soll keinesfalls belehrend sein. Ich bin bei weitem kein Heiliger und habe auch nicht vor es zu werden. Eventuell gebe ich schneller wieder auf, als ich das hoffe.

Was denkt ihr zum bewussten Leben?
Und wie kommt der Beitrag bei euch an?