Gamer sind schon ein komisches Volk. Sie lassen sich für viel Geld ihre Hardware andrehen, nur weil sie das Wort Gaming im Namen hat. Dazu ändern sich schnell die Trends.

Jahrelang wurden die Mäuse mit immer mehr Tasten und tollen Zusatzfunktionen verkauft. So auch meine aktuelle Logitech G520 (das G steht für Gaming!). Sechs Zusatztasten und variable Gewichte. Geil, oder?

Seitdem ich das Stream Deck habe, habe ich die Zusatztasten immer weniger verwendet. Die beiden Seitentasten für Vor und Zurück, klar. Die sind dauerhaft im Gebrauch. Die beiden Tasten neben der linken Maustaste? Eigentlich gar nicht mehr, sind für meine kleinen Hände auch nicht gut erreichbar. An die Sniper-Taste vorne an der Seite komme ich beim besten Willen nur mit Verrenkungen. Und die Taste hinter dem Scrollrad?! Wer kann die ernsthaft bedienen?

Aber sie hat variable Gewichte! Fünf 3,6 Gramm schwere Gewichte können nach Wunsch eingesetzt werden, also maximal 18 Gramm dazu. Ich hatte zwei eingelegt, also 7,2 Gramm Zusatzgewicht. Weil… 18 Gramm kam mir nach dem Kauf zu schwer vor, ein Gewicht war asymmetrisch und kein Gewicht wäre ja eine verschenkte Funktion…

Beim Surfen auf Amazon ist mir dann eine neue Generation Gamingmäuse aufgefallen. Fünf Tasten, dazu extrem leicht. Teilweise mit Löchern in der Oberfläche, um noch mehr Gewicht zu sparen. Ob das aufgeht, keine Ahnung. Bei den Löchern muss die Oberschale, also die Verstrebungen, für die Stabilität dicker werden.

Trotzdem sind die Mäuse so auf 60-70 Gramm. Das hat mein Interesse geweckt und ich habe direkt die beiden Gewichte rausgenommen. Tatsächlich fand ich das angenehmer. Trotzdem bringt die Logitech G502 laut Spezifikationen 121 Gramm auf die Waage. Doppelt so viel wie die Leichtgewichte.

Corona und Langeweile haben mich dann auf Amazon gehalten. Nach einigem Suchen bin ich dann auf die Razer Viper Mini gestoßen. 61 Gramm leicht. Da ich schon eine Razer Tastatur habe komme ich mit nur noch einer Software aus – die von Logitech könnte weg. Dazu, wie der Name suggeriert, für kleine Hände gedacht.
Direkt bestellt.

Was soll ich sagen. Sie ist klein. Fast einen Zentimeter kürzer als meine G502. Ich hatte jetzt 15 Jahre Logitech Mäuse, die alle quasi identisch groß sind. Die Viper Mini ist mir doch zu mini. Sie ist auch weniger für kleine Hände gedacht. Eher für Spieler mit dem Claw Grip – die Hand liegt hier nicht richtig auf der Maus auf, die Finger sind angewinkelt.

Nach einer Stunde hatte ich das Gefühl, eine Sehnenscheidenentzündung zu bekommen. Ich habe sie dann noch weitere drei Stunden getestet – eventuell muss ich mich ja nur umgewöhnen. Keine Besserung.
Also wieder eingepackt und zurück. Schade. Die Verarbeitung war gut, das Gewicht war auch super. Zurück zur Logitech wirkte klobig.

Was lernt man daraus? Eingabegeräte sollte man lieber in Echt testen, wenn man nicht vor hat 10 Stück zu bestellen. Das hatte ich letzten Samstag auch kurz im Media Markt gemacht. Corsair, Asus und Roccat passen gar nicht zu meiner Haltung. Razer hat noch die Basilisk – die passte. Aber die wiegt auch 92 Gramm – immerhin 30% weniger. Dafür aber 65 € ausgeben?

Ich habe auch ein weiteres Problem: Hautabsonderung. Meine Logitech G502 hat geriffelte Seitenflächen. Sicher griffig, aber da sammelt sich halt der Schmodder und muss mit einem Zahnstocher rausgekratzt werden. Die Seitenflächen der Basilisk sehen da nicht besser aus.

Glück gehabt, Logitech G502. Du darfst bei mir den Alterstod sterben, wenn es soweit ist. Bis dahin drücke ich dich weiter fest.