Alle faul im Home-Office!

Dank der Corona-Pandemie hat sich Home Office (rechtlich eher mobiles Arbeiten) schnell verbreitet. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Technik hat sich auch in meinem Unternehmen die Arbeit von zu Hause etabliert.

In anderen Unternehmen wurde das mobile Arbeiten noch stärker genutzt. Doch die Pandemie scheint abzuklingen und die Unternehmen überlegen sich, wie es mit dem Home Office weitergehen wird.

Einige Unternehmen nutzen die Chance. Mehr Home Office verringert den Bedarf an Bürofläche und damit die Kosten. Die Mitarbeiter freuen sich im Gegenzug über die vermeintliche Freiheit und Flexibilität. Vermeintlich, weil man damit oft mehr als vertraglich vereinbart arbeitet. Auch ich habe eine zeitlang abends nochmal meine Mail gecheckt und auf dem Sofa über die Arbeit nachgedacht.

Durch die mangelnde Trennung verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeits- und Freizeit. Am Ende ist man gedanklich immer irgendwie bei der Arbeit. Und flexibler ist man dafür auch oft nicht. Seitdem Teamsbesprechungen der neue Standard geworden sind finden – zumindest bei mir – deutlich mehr Termine statt. Anstatt seine Fragen und Inhalte sorgfältig in einer E-Mail zu formulieren stellt man schnell eine kurze (also einstündige) Teamsbesprechung ein.

Ich springe inzwischen von Termin zu Termin, meist ohne genaue Beschreibung oder Protokoll. Wenn eine Zeit nicht belegt ist, dann bekommt man oft spontane Anrufe oder schreibt wenigstens kurz die Informationen zusammen. Eine richtige Vor- oder Nachbereitung? E-Mails und Nachrichten bearbeiten? Flexibel nach den Terminen. Gerne nach dem Abendessen auf dem Sofa. Über die vertragliche Arbeitszeit hinaus.

Aber so ist das alles gar nicht! Eigentlich sitzen wir alle nur faul zu Hause rum im Home Office! Zumindest wenn man Elon Musk glauben darf. Er zwingt seine Führungskräfte zurück ins Büro, für mindestens 40 Stunden pro Woche. Darüber hinaus dürfen sie gerne von zu Hause arbeiten. Wie gütig. Auf die Frage, was mit Mitarbeitern passiert, die diese Anweisung für antiquiert halten, antwortete er schlicht: “Sie sollen woanders so tun, als ob sie arbeiten.” (Tweet von Elon Musk)

Es geht bei der Rückkehr ins Büro als nicht um die Zusammenarbeit, es geht um Kontrolle. Um Macht. Nicht um bessere Zusammenarbeit.
Dank Teams arbeiten viele Mitarbeiter enger zusammen denn je. Oder glaubt Elon ernsthaft, dass die Kaffeekränzchen ernsthaft zu mehr Produktivität führen? Leider denken viele rückständige Unternehmer*innen so.

Aber am Ende liegt es bei den Arbeitnehmern. Einfach zurück ins Büro, acht Stunden arbeiten und dann die Freizeit genießen. Ohne Smartphone, ohne Teams, ohne Outlook. Wer strenge Regeln durchsetzt, der darf sich nicht wundern, wenn sich die Belegschaft daran hält.

Bleibt fluffig!

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